GÜNTER FRIEDRICH KAISER

ZAHNARZT

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Was ist Zahnarztangst?


Die Behandlung von Angstpatienten ist ein häufiges und schwerwiegendes
Problem in der Zahnmedizin. Nahezu jeder Mensch hat eine gesunde Scheu
und eine gewisse ängstlichkeit vor Zahnbehandlungen, z.B. dem Bohren. Nimmt
die Angst jedoch so starke Ausmaße an, dass der Patient vorher zittert,
Schweißausbrüche und ähnliche Angstreaktionen bis hin zu regelrechter
Panik bekommt, so liegt eine Zahnarztangst (Zahnarztphobie) vor.

Wie wirkt sich die Angst vor dem Zahnarzt aus?


Nicht selten ist diese so stark, dass die Angstpatienten gar nicht erst
in die Zahnarztpraxis gehen. Dabei haben sie meist den Willen, ihre Zähne
behandeln zu lassen, aber die körperlichen und seelischen Symptome der
Zahnarztphobie sind so stark, dass sie einen Besuch nicht schaffen. Man
schätzt den Anteil der Zahnarztangstpatienten auf ungefähr 10 Prozent der
Bevölkerung.Es wird empfohlen, zwei Mal jährlich eine zahnärztliche
Untersuchung vornehmen zu lassen. Bei eventuell ausbleibender notwendiger
Behandlung kann es zu schweren Schäden an den Zähnen und am Zahnfleisch
kommen. Karies kann entstehen und sich ausbreiten, der Zahnhalteapparat
kann zugrunde gehen, die Zähne ausfallen. Dadurch wird die Angst vor dem
Zahnarzt jedoch nicht vermindert. Vielmehr sinkt das Selbstvertrauen und
die Lebensfreude der Angstpatienten.

Behandlung von Angstpatienten


In den Praxisräumen selbst ist es für Angstpatienten wichtig, dass der
Umgang und die Atmosphäre besonders angenehm ist. Hierzu zählt auch eine
möglichst kurze Verweildauer im Wartezimmer, denn je länger der Patient
dort sitzen muss, umso stärker werden oft die Gedanken und Sorgen um die
spätere Zahnbehandlung. Während der zahnärztlichen Behandlungssitzung
sollten die Angstpatienten nicht auch noch mit Vorwürfen über eine
eventuelle mangelhafte Mundhygiene konfrontiert werden. Je mehr übung der
Arzt und sein Praxisteam mit Angstpatienten beziehungsweise mit Menschen,
die sonst nicht zum Zahnarzt kommen, hat, umso besser wird sich der
Behandelte fühlen.

Ungeübte Zahnmediziner haben oft selbst Angst vor Patienten mit
Zahnarztphobie, weil die Behandlung nervenaufreibend bis unmöglich ist.
Die Betäubungsspritze sollte bei der Behandlung von Angstpatienten häufig
zum Einsatz kommen, damit eventueller Schmerz gar nicht erst verspürt wird.
Ist die Zahnarztphobie ausgeprägt, so empfiehlt sich in einigen Fällen eine
Behandlung in Vollnarkose, um das Ergebnis nicht durch starke
Angstreaktionen zu gefährden oder gar die Therapiesitzung abbrechen zu
müssen. Auch helfen oft schon Beruhigungsmittel oder auch abgespielte
angenehme Musik. Hypnose oder ähnliche Ansätze werden dagegen bei
stärkeren Phobien von vielen Zahnärzten als zumindest kritisch beurteilt.


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